Seelische Gesundheit – ein Thema für alle
Zur Woche der seelischen Gesundheit im Oktober findet in der Stadt Kaarst auch in diesem Jahr ein vielseitiges Aktionsprogramm statt. Die Graf Recke Diakonie hat für drei Veranstaltungen dieses Mal die Schirmherrschaft übernommen, für eine Lesung, einen Kinoabend und einen Vortrag in Kaarst. Beleuchtet werden dabei verschiedene Aspekte zum Thema seelische Gesundheit, für alle Zielgruppen und auf unterhaltsame Weise.
„Miteinander statt nebeneinander – für eine Gesellschaft, in der jede Psyche zählt”, so lautet das diesjährige Motto der Woche der seelischen Gesundheit vom 10. bis 20. Oktober. Die Graf Recke Diakonie, die seit 20 Jahren in Kaarst eine sozialpsychiatrische Einrichtung führt, nimmt dies erneut zum Anlass, sich auf regionaler Ebene mit einzubringen. Gemeinsam mit Öffentlichkeitsarbeiterin Ulrike Brinkmann aus einer Arbeitsgruppe des Runden Tisches der Stadt Kaarst hat Mona Morgenstern, Bereichsleiterin bei der Graf Recke Teilhabe & Selbstbestimmung gGmbH, ein Programm erarbeitet, das in Vortrag, Film und Lesung verschiedene Aspekte zum Thema in den Blick nimmt – und unterschiedliche Zielgruppen. „Es ist ein Thema für alle, weil jeder irgendwo ein Päckchen zu tragen hat“, sagt die Diplom-Kommunikationspsychologin.

So bietet nach der Auftaktveranstaltung des Rhein-Kreis Neuss am 13. Oktober ab 12.30 Uhr im Kreishaus etwa die Lesung am Mittwoch, 15. Oktober, ab 19 Uhr in der Buchhandlung Petra Esser einen Einblick in die „Botanik des Wahnsinns“. Autor Leon Engler habe in seinem so betitelten Roman nach dem Tod seiner Mutter über deren Nachlass feststellen müssen, dass nahezu alle seine Vorfahren psychisch erkrankt waren. Früh habe Engler daher Angst gehabt, selbst verrückt zu werden, erzählt Mona Morgenstern. „Und in der Psychiatrie ist er tatsächlich auch gelandet, aber als Psychologe.“ Thomas Reichling liest an diesem Abend aus dem Buch des mehrfach ausgezeichneten Autors; der Eintritt zur Lesung mit anschließendem Publikumsgespräch ist frei.
Acht (ermäßigt fünf) Euro indes kostet der Besuch des Films „Eine Krankheit wie ein Gedicht“ am Dienstag, 20. Oktober, ab 18 Uhr im Kino im Albert-Einstein-Forum in Kaarst. Jelena Ilic beleuchtet in ihrer intimen Dokumentation die Krankheit ihres Vaters, was zu einem Rollentausch zwischen Vater und Tochter führe: „Sie sorgt für ihn, er lebt mit einer psychischen Erkrankung“, verrät Mona Morgenstern. „Was sich nicht sagen lässt, zeichnen die beiden in ein gemeinsames Comicbuch – abwechselnd, Blatt für Blatt.“ Es sei ein Film mit Humor, Wärme und starken Bildern, der mehrfach mit Publikumspreisen ausgezeichnet worden sei, sagt sie. Der Film aus der Reihe „Kino für die Seele“ mit anschließendem Publikumsgespräch ist über die Greta-App auch für Hörgeschädigte zugänglich.
Was sich nicht sagen lässt, zeichnen die beiden - Blatt für Blatt.
Ganz besonders freut sich Mona Morgenstern auf den Vortrag zum Thema „Mental Health (nicht nur) für junge Menschen ein Thema der EU“ von und mit Lea Dietzfelbinger am Donnerstag, 22. Oktober, ab 18 Uhr im kath. Gemeindezentrum St. Martinus. „Dafür gehen wir in Verlängerung“, sagt sie – aus gutem Grund. Denn Dietzfelbinger sei gebürtige Kaarsterin und arbeite in Brüssel im Youth Leadership Program, so die Bereichsleiterin. Gemeinsam mit anderen jungen Menschen aus unterschiedlichen europäischen Ländern habe sie Leitfäden zur seelischen Gesundheit erstellt. Lea Dietzfelbinger werde in Kaarst ihre Projektarbeit vorstellen und aufzeigen, wie wichtig frühe Prävention für den Einzelnen und unsere Gesellschaft sei. Auch hier sei der Eintritt frei, eine Anmeldung zum Vortrag mit anschließendem Publikumsgespräch ebenfalls nicht notwendig.
Bereits im vergangen Jahr seien eine Lesung und ein Kinofilm sehr gut angekommen, freut sich Mona Morgenstern. In diesem Jahr biete man mit dem Vortrag zusätzlich etwas Neues. Zudem habe die Graf Recke Diakonie in diesem Jahr die Schirmherrschaft für die drei Veranstaltungen übernommen. „Wir haben bewusst ein niederschwelliges Programm zusammengestellt, von dem alle profitieren können, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft“, sagt die Kommunikationspsychologin. Man wolle einfach herzlich dazu einladen, sich mit dem Thema seelische Gesundheit auf unterhaltsame Weise auseinandersetzen. Es sei mit ein Beitrag dazu, „eine Stadt Kaarst zu schaffen, in der sich alle wohlfühlen“.

