Ewald Lienen in Grafenberg: Wir brauchen mehr als nur Konzepte für Nachhaltigkeit
Der frühere Fußballprofi und Trainer Ewald Lienen besuchte die Graf Recke Teilhabe & Selbstbestimmung gGmbH.
"Wir haben mehr als genug Konzepte für Nachhaltigkeit. Es braucht Menschen, die sie umsetzen", sagt Ewald Lienen. Wie das aussehen kann, hat er sich auf dem Gelände der Graf Recke Teilhabe & Selbstbestimmung in Düsseldorf-Grafenberg angeschaut. Dort leben und arbeiten Menschen mit psychischer Erkrankung, unter anderem im großzügigen Garten und in der eigenen Küche. Reimund Weidinger, Geschäftsführer der Graf Recke Teilhabe & Selbstbestimmung gGmbH, und Eva Lunkenheimer, Nachhaltigkeitsmanagerin der Graf Recke Diakonie, sowie Dr. Roelf Bleeker, Unternehmenssprecher, stellten ihrem Gast ein gelebtes Gartenprojekt vor, das auf Biodiversität und nachhaltige Speiseversorgung setzt.

Schon als Fußballprofi bei Arminia Bielefeld, später Borussia Mönchengladbach und beim MSV Duisburg, engagierte sich Ewald Lienen in den 1970er und 80er Jahren nicht nur in der Friedensbewegung, sondern auch für Menschen mit Behinderung. Heute bringt der lange auch international tätige Trainer seine Führungserfahrung als Keynote-Speaker ein und ist Klimabotschafter im westfälischen Kreis Lippe. Nach seinem Impuls bei der Verabschiedung von Petra Skodzig, ehemals Finanzvorständin der Graf Recke Diakonie, ließ es sich Ewald Lienen nicht nehmen, die Angebote der Eingliederungshilfe der Graf Recke Teilhabe & Selbstbestimmung gGmbH in Düsseldorf-Grafenberg zu besuchen.
"In meiner Wahrnehmung sind Unternehmen beim Klimaschutz teilweise weiter als die Politik", sagte Ewald Lienen und sah sich angesichts des Engagements der Graf Recke Diakonie bestätigt. Die Graf Recke Teilhabe & Selbstbestimmung gGmbH ist eine Tochtergesellschaft der Graf Recke Diakonie und begleitet Menschen mit psychischen Erkrankungen oder mit Behinderung. Auf dem großzügigen Gelände mitten in Grafenberg finden sie Beschäftigung im Garten und Gewächshaus. Sie bauen selbst an, ernten und bereiten dann auch mit den Köchen in der eigenen Küche die Speisen zu. „So stellen wir gleichzeitig eine gesunde Ernährung für unsere Leistungsberechtigten sicher und vermitteln das Thema ganz praktisch“, erklärt Geschäftsführer Reimund Weidinger
In meiner Wahrnehmung sind Unternehmen beim Klimaschutz teilweise weiter als die Politik.
Nachhaltigkeitsmanagerin Eva Lunkenheimer ist wichtig, jeden Hebel zu nutzen, der der Graf Recke Diakonie zur Verfügung steht. „Wir beschäftigen uns seit sechs Jahren verstärkt mit dem Thema Nachhaltigkeit. Das Gartenprojekt ist ein gutes Beispiel, wie wir Biodiversität mit unserem Kerngeschäft der sozialen Arbeit verbinden.“ Die größte Herausforderung sei dabei die Refinanzierung. „Oft stellen wir aber auch fest: Nachhaltigkeit bedeutet nicht unbedingt, dass es teurer wird.“

Einig waren sich alle an diesem Tag: Veränderungen muss man wollen. „Das Konzept kann noch so gut sein, die Motivation entscheidet, ob es passiert“, sagt Reimund Weidinger. Gerade weil viele gesetzliche Vorgaben wieder abgeschwächt wurden, sei die „intrinsische Motivation der Unternehmen jetzt wichtig“, ergänzt Dr. Roelf Bleeker. „Uns muss klar sein: Wir können es uns gar nicht leisten, so weiter zu machen wie bisher."








